Noch vor Kurzem war der Kauf einer SIM-Karte in Russland eine einfache, beinahe alltägliche Angelegenheit. Ein schneller Austausch von Dokumenten, vielleicht eine kleine Geldsumme, und innerhalb weniger Minuten hielt man die Karte in den Händen. Ob man einen russischen Pass besaß oder nicht – es spielte kaum eine Rolle.
Doch das hat sich nun geändert.
Seit Anfang 2025 ist ein neues Gesetz in Kraft, das es für Ausländer nahezu unmöglich macht, eine russische SIM-Karte zu erwerben, sofern sie nicht über solide Russischkenntnisse verfügen. Was einst eine unkomplizierte Formalität war, ist nun ein bürokratisches Hindernisrennen: biometrische Registrierung, ein aktives Konto auf staatlichen Plattformen, neue Identitätsnachweise. Wer der russischen Sprache nicht mächtig ist, steht vor einer Hürde, die kaum zu überwinden ist.
Was einst mühelos war, ist nun absichtlich erschwert worden.
Inhalt dieser Seite
- Was sind die neuen Regeln?
- Warum?
- Wie funktioniert der Prozess?
- Pflicht zur IMEI-Registrierung
- Was, wenn Sie bereits eine russische SIM-Karte haben?
- Wie lange dauert das Ganze?
- Alternativen?
- Wie Van Rhijn & Partners Ihnen helfen kann
- Fazit
Was sind die neuen Regeln?
Am 8. August 2024 unterzeichnete Präsident Wladimir Putin ein Gesetz, das die Anzahl der SIM-Karten pro Person begrenzt. Nach den neuen Vorschriften dürfen russische Staatsbürger maximal 20 SIM-Karten registrieren, während für Ausländer die Grenze bei 10 Karten liegt – geschäftliche SIM-Karten eingeschlossen.
Auf den ersten Blick scheint dies keine drastische Veränderung zu sein. Doch das ist erst der Anfang.
Wer als Ausländer in Russland eine SIM-Karte erwerben möchte, muss nun einen mehrstufigen Identifikationsprozess durchlaufen. Erforderlich sind:
- Ein SNILS (Rentenversicherungszertifikat)
- Ein aktives Gosuslugi-Konto, die zentrale Plattform für staatliche Online-Dienste
- Biometrische Identifikation
- Ein Vertragsabschluss mit einem Mobilfunkanbieter
Was einst ein unkomplizierter Kauf war, ist nun ein bürokratisches Labyrinth, mit jeder Hürde sorgfältig platziert, um zu kontrollieren, zu dokumentieren und den Zugang zu begrenzen.
Warum macht Russland es Ausländern so schwer, eine SIM-Karte zu kaufen?
Die Beschränkungen für den Erwerb von SIM-Karten durch Ausländer sind Teil eines umfassenderen Versuchs, anonyme Telefonnutzung einzudämmen und Betrug zu bekämpfen. In den letzten Jahren wurden sogenannte „graue SIM-Karten“ – Registrierungen mit falschen oder nicht nachverfolgbaren Identitäten – für betrügerische Machenschaften und illegale Aktivitäten missbraucht.
Laut Andrej Lipow, Leiter der russischen Telekomaufsichtsbehörde Roskomnadzor, zeigte eine Untersuchung, dass 278 Personen gemeinsam über eine Million SIM-Karten besaßen – ein klarer Hinweis auf systematischen Missbrauch.
Wie funktioniert der Prozess?
Selbst innerhalb der russischen Regierung scheint man zu erkennen, dass der aktuelle Prozess zu komplex ist. Daher gibt es mittlerweile Überlegungen, das Verfahren für Ausländer und Staatenlose zu vereinfachen. Anstatt verschiedene Behörden durchlaufen zu müssen, sollen sie in Zukunft ihre Identität in einem einzigen Servicezentrum bestätigen und dort alle notwendigen rechtlichen Schritte abschließen können.
Doch diese Servicezentren existieren noch nicht.
Derzeit gibt es keine festgelegte Behörde, die für diese geplanten Anlaufstellen zuständig wäre. Das Ministerium für digitale Entwicklung hat erklärt, dass der Anmeldeprozess für Ausländer künftig schneller und effizienter werden soll – doch bis dahin bleiben die bürokratischen Hürden bestehen.
Einheitliches Identifikations- und Authentifizierungssystem (ESIA) & Einheitliches Biometrisches System (EBS)
Ausländer, die in Russland einen Mobilfunkvertrag abschließen möchten, müssen ihre Daten im Einheitlichen Identifikations- und Authentifizierungssystem (ESIA) sowie im Einheitlichen Biometrischen System (EBS) registrieren.
Das bedeutet, dass biometrische Daten – etwa Gesichtsscans oder Fingerabdrücke – erfasst und zur Identitätsprüfung abgeglichen werden können.
Ich habe bereits meine Fingerabdrücke an der Grenze abgegeben. Muss ich das ganze Verfahren trotzdem durchlaufen?
Ja – leider.
Die Fingerabdrücke, die bei der Einreise nach Russland genommen werden, werden nicht automatisch mit dem Einheitlichen Biometrischen System verknüpft oder hochgeladen. Wer eine SIM-Karte beantragen will, muss das gesamte Verfahren dennoch erneut durchlaufen – mit allen damit verbundenen Behördengängen.
Rentenversicherungsnachweis (SNILS)
Um den Prozess zu starten, muss eine SNILS-Nummer beantragt werden – ein Rentenversicherungsnachweis, der für viele staatliche Dienste in Russland erforderlich ist. Dies kann bei folgenden Stellen geschehen:
- Sozialfonds (SFR)
- Multifunktionale Zentren (MFC)
- Über den Arbeitgeber (falls vorhanden)
Dafür benötigt man:
- Einen Pass mit notariell beglaubigter Übersetzung
- Eine gültige E-Mail-Adresse
- Eine Bearbeitungszeit von bis zu fünf Werktagen
Kann jemand anderes für mich eine SNILS beantragen?
Ja. Mit einer notariellen Vollmacht ist es möglich, eine SNILS-Nummer durch eine andere Person beantragen zu lassen.
Registrierung bei Gosuslugi
Ausländer müssen sich auf Gosuslugi, der zentralen Plattform für staatliche Online-Dienste in Russland, registrieren. Dies geschieht in drei Schritten:
- Registrierung starten – Name, E-Mail-Adresse und (falls vorhanden) eine russische Telefonnummer eingeben. Die Bestätigung erfolgt per E-Mail-Link oder SMS-Code.
- Persönliche Daten eingeben – SNILS-Nummer und Passdaten angeben. Falls noch keine SNILS vorhanden ist, muss diese zunächst über das SFR oder MFC beantragt werden. Die Bestätigung kann bis zu fünf Werktage dauern.
- Identität bestätigen – Dies kann entweder persönlich in einem Servicezentrum (mit Pass und SNILS) oder online über eine russische Bank erfolgen (sofern man dort ein Konto und eine russische Telefonnummer besitzt). Die SNILS muss mindestens 14 Tage zuvor ausgestellt und mit einem gültigen Pass verknüpft worden sein.
Sobald die Identitätsprüfung abgeschlossen ist, erhält man vollständigen Zugriff auf die Dienste von Gosuslugi.
Biometrische Daten
Zusätzlich müssen Ausländer biometrische Daten im Einheitlichen Biometrischen System (EBS) hinterlegen. Die Registrierung muss über eine russische Bank erfolgen, um den Identifikationsprozess abzuschließen.
Pflicht zur IMEI-Registrierung
Russische Mobilfunkanbieter sind nun verpflichtet, die IMEI-Nummer jedes Telefons mit dem jeweiligen Nutzervertrag zu verknüpfen.
Die IMEI (International Mobile Equipment Identity) ist eine 15-stellige eindeutige Kennung, die jedem Mobiltelefon zugewiesen wird und es in Netzwerksystemen identifizierbar macht. Ohne eine registrierte IMEI kann ein Gerät nicht offiziell mit einem Mobilfunktarif verbunden werden.
Neues Telefon gekauft? Ihr Vertrag muss aktualisiert werden
Jedes Mobiltelefon besitzt eine individuelle IMEI-Nummer. Beim Kauf eines neuen Geräts müssen Nutzer ihren Mobilfunkvertrag aktualisieren, damit die neue IMEI registriert wird – andernfalls droht eine Unterbrechung des Dienstes.
Bereits eine russische SIM-Karte? Das müssen Sie wissen
Ausländer, die ihre russische SIM-Karte vor dem 1. Januar 2025 erhalten haben, können sie vorerst weiter nutzen. Allerdings müssen sie bis spätestens 1. Juli 2025 den neuen Registrierungsanforderungen nachkommen. Wer diese Frist verstreichen lässt, riskiert die Sperrung der SIM-Karte.
Wie lange dauert dieser Prozess?
Solange die geplanten Vereinfachungen nicht umgesetzt sind, bleibt die Beantragung einer russischen SIM-Karte für Ausländer ein langwieriger Prozess. Bis alle erforderlichen Schritte abgeschlossen sind, können bis zu zwei Wochen vergehen – eine erhebliche Verzögerung für jeden, der schnellen mobilen Zugang benötigt.
Lohnt sich der Aufwand für kurze Aufenthalte?
Für Reisende, die nur für kurze Zeit in Russland sind, ist das mehrstufige Registrierungsverfahren – das bis zu zwei Wochen dauern kann – schlicht nicht praktikabel. Der Zeitaufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen, sodass alternative Lösungen unerlässlich werden.
Alternativen
Gemäß Artikel 45, Abschnitt 1 des Föderalen Kommunikationsgesetzes (07.07.2003 Nr. 126-FZ, geändert am 26.12.2024) gelten die neuen Beschränkungen für SIM-Karten ausschließlich für Ausländer, die einen Vertrag mit einem russischen Mobilfunkanbieter abschließen. Wer eine ausländische SIM-Karte oder alternative mobile Dienste nutzt, ist von den neuen Vorschriften nicht betroffen.
E-SIM: Eine praktischere Alternative
Wer seine ausländische SIM-Karte in Russland per Roaming weiter nutzt, umgeht die Notwendigkeit eines russischen Mobilfunkvertrags – allerdings sind Roaming-Gebühren oft hoch.
Eine kostengünstigere Lösung ist eine Travel E-SIM, die nicht von einem russischen Anbieter, sondern von spezialisierten Unternehmen für internationale mobile Daten angeboten wird. Van Rhijn & Partners kooperiert mit esim.sm, um eine nahtlose Alternative bereitzustellen.
Durch den Kauf Ihrer russischen Travel E-SIM über unseren Affiliate-Link bleibt der Preis für Sie unverändert, während Sie gleichzeitig unsere Arbeit unterstützen – damit wir auch weiterhin wertvolle Inhalte bereitstellen können.
Wie Van Rhijn & Partners Ihnen helfen kann
Wir unterstützen unsere Kunden bei der Beschaffung von SIM-Karten in allen Regionen Russlands. Obwohl der Prozess weiterhin kompliziert und zeitaufwendig ist, können wir auf Wunsch auch eine SNILS-Nummer per Vollmacht für Sie beantragen.
Diese Vorschriften befinden sich noch im Wandel, und der Prozess kann sich jederzeit erheblich ändern. Bleiben Sie informiert, indem Sie uns direkt kontaktieren – da unser Fokus auf der Unterstützung unserer Kunden liegt, können wir unsere Blogbeiträge möglicherweise nicht immer vollständig aktualisieren.
Für Kurzzeitbesucher bleibt eine Travel E-SIM die einfachste und effizienteste Lösung.
Fazit: Das müssen Sie wissen
Für Ausländer in Russland ist der Kauf einer SIM-Karte keine unkomplizierte Angelegenheit mehr. Neue Vorschriften begrenzen die Anzahl der SIM-Karten pro Person und verlangen biometrische Registrierung, eine SNILS-Nummer und ein verifiziertes Gosuslugi-Konto. Der Prozess ist komplex und kann bis zu zwei Wochen dauern, was ihn für Kurzbesucher unpraktisch macht.
Doch es gibt Alternativen. Die Nutzung einer ausländischen SIM-Karte (Roaming) oder der Kauf einer Travel E-SIM ermöglichen es Reisenden, die russische Bürokratie vollständig zu umgehen. Van Rhijn & Partners steht weiterhin zur Verfügung, um Kunden bei der Navigation durch diese neuen Anforderungen zu unterstützen.
Für Langzeitaufenthalte ist eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich. Diese neuen Vorschriften sind keine Empfehlung – sie sind eine Voraussetzung.

